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Edith Stein (Lebensbeschreibung)

edithsteinEdith Stein wurde am 12. Oktober 1891 in Breslau als 11. Kind einer  jüdischen Familie geboren. Ihre Schulzeit beendete sie zunächst mit dem  mittleren Bildungsabschluss, dann mit dem Abitur. In dieser Zeit  bezeichnete sich Edith Stein als Atheistin; "von meinem 13.-21. Lebensjahr war ich Atheistin, weil ich nicht an das Dasein von Gott  glauben konnte".

Sie studierte zuerst in Breslau Deutsch, Geschichte und  Philosophie, wechselte zum 5. Semester aber nach Göttingen, wo der  Philosoph Edmund Husserl lehrte. Aufgrund ihres überragenden  Intellektes, zähen Willens und Ehrgeizes gehörte sie sofort zum engsten  Kreis um Professor Husserl. 1915 unterbrach sie ihr Studium für 15  Monate und ging als Rotkreuzhilfsschwester in ein Seuchenlazarett nach  Österreich. Danach legte sie ihr Staatsexamen als Lehrerin für Deutsch  und Geschichte ab, zugleich promovierte sie "Summa cum laude" bei  Professor Husserl. Husserl engagierte sie als seine Assistentin. Die  Zusammenarbeit mit ihm erwies sich als unerwartet schwierig, da Edith  Stein selbstständig arbeiten wollte, was Husserl nicht verstand. Sie schreibt dazu: "Ich kann mich in den Dienst einer Sache stellen..., aber im Dienst eines Menschen stehen, kurz gesagt, gehorchen, das kann ich  nicht."

Edith Steins Weg zum Glauben begann mit einer menschlichen  Erfahrung: Sie sollte den wissenschaftlichen Nachlass eines gefallenen  Freundes ordnen und hatte Angst, der trauernden Witwe gegenüberzutreten. Diese aber hatte als Christin den Tod ihres Mannes als Teil des Kreuzes Jesu auf sich genommen. Edith Stein schreibt darüber: "Es war der  Augenblick, in dem mein Unglaube zusammenbrach, das Judentum verblasste  und Christus aufstrahlte im Geheimnis des Kreuzes." Während eines  Besuches bei einer Freundin im Jahre 1921 las sie mit dieser zusammen  das Buch "Das Leben der heiligen Teresa von Avila". Als sie das Buch  gelesen hatte, schloss sie mit den Worten: "Das ist die Wahrheit". 1922  wurde sie katholisch.

Da eine Karriere an einer Universität für eine Frau damals nicht  möglich war, wurde sie Dozentin am Lehrerinnenseminar der  Dominikanerinnen in Speyer. Daneben entfaltete sie eine vielfältige  Vortragstätigkeit. Wichtige Anliegen waren ihr dabei gleiche  Bildungschancen für Mädchen und die Rolle der Frau im Beruf. "Keine Frau ist ja nur Frau. Jede hat ihre individuelle Eigenart und Anlage so gut  wie der Mann und in dieser Anlage die Befähigung zu dieser oder jener  Berufstätigkeit künstlerischer, wissenschaftlicher, technischer Art."

1932 bekommt Edith Stein einen Ruf als Dozentin an das  Pädagogische Institut in Münster, wo sie als Jüdin 1933 von den Nazis  entlassen wird. Ihr geistlicher Betreuer, Erzabt Walzer aus Beuron gab  damals ihrem lang gehegten Wunsch, in den Kölner Karmel, den wohl  strengsten Orden, einzutreten, nach. Edith Stein sah schon sehr früh das Schicksal der Juden voraus und wandte sich deswegen auch an den Papst.  Um den Kölner Karmel nicht zu gefährden, wich sie vor den Nazis in den Karmel Echt nach Holland aus. 1942 wurden die katholischen Juden der  Niederlande nach Auschwitz deportiert, darunter auch Edith Stein und  ihre Schwester Rosa. Edith Stein nahm ihr Sterben - wahrscheinlich am 9. August 1942 - als Kreuz für ihr Volk auf sich.